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Voraussetzungen für eine selbständige Traumanalyse
Die
besten theoretischen Kenntnisse von der Traumdeutung nützen nur
sehr wenig, wenn man morgens nicht mehr weiß, was man
geträumt hat oder wichtige Details eines Traums vergessen hat.
Deshalb ist das Training der Traumerinnerung und ein Traumtagebuch
unabdingbare Voraussetzung für die Selbstanalyse.
Erleichtert wird sie durch
die Fähigkeit, in tiefer Entspannung bildhafte Vorstellungen zu
entwickeln. Außerdem ist es erforderlich, die Deutungen der
Realitätskontrolle zu unterziehen und schematische oder banale
Interpretationen auszuschließen. Erst wenn alle diese
Grundbedingungen gegeben sind, kann man Träume mit hoher
Zuverlässigkeit selbst richtig analysieren.
Wir empfehlen Ihnen dazu auch den Selbstlernkurs:
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Training der Traumerinnerung
Manche Menschen sind gute Träumer, wie Freud sagte, und erinnern
sich fast jeden Morgen daran, dass sie geträumt haben und
können auch den Inhalt der Träume gut reproduzieren. Die
meisten Menschen erinnern sich aber nicht regelmäßig jeden
Tag an Träume und/ oder können sich auf den Inhalt nicht
immer besinnen.
Rund 15% aller Männer und 5% aller Frauen geben sogar an, dass sie
überhaupt nicht träumen, weil sie daran nach dem Erwachen
keine Erinnerung mehr haben. (tatsächlich träumen aber alle
gesunden Menschen jede Nacht, wie weiter vorne schon erklärt
wurde.)
Die ungenügende oder gänzlich fehlende Erinnerung an
Träume ist darauf zurückzuführen, dass sie sehr
flüchtig sind, also rasch vergessen werden.
Weckt man Menschen im Experiment innerhalb von 8 Minuten nach einem
Traum (erkennbar im EEG und an den beendeten typischen
Augenbewegungen), erinnert sich nur noch ein Drittel an ihn. Lässt
man mehr als 8 Minuten Zeit verstreichen, ehe man die Versuchsperson
aufweckt, sinkt die Erinnerungsquote sogar auf unter 5%. Das macht die
Traumanalyse schwieriger, kann aber durch Training und bestimmte
Techniken überwunden werden.
Freud erklärte das rasche Vergessen der Träume
hauptsächlich aus inneren Widerständen gegen ihre Inhalte.
Wenn man die Träume so schnell vergisst oder sich überhaupt
nicht daran erinnert, geträumt zu haben, kann man sich auch nicht
mit ihren Botschaften auseinandersetzen und erspart sich unangenehme
Selbsteinsichten.
Lesen Sie mehr zur Selbsanalyse.
Wer bin ich - wer will ich sein? Ein Arbeitsbuch zur Selbstanalyse und Zukunftsgestaltung
Inzwischen konnte auch der "Trick" des Unbewussten aufgeklärt
werden, dass die Träume vergessen sind, wenn man völlig wach
ist: Menschen, die nur selten oder nie etwas von ihren Träumen
wissen, kommen morgens langsamer zu sich als jene, die ihre Träume
akzeptieren und mit ihnen arbeiten wollen. In der Zeit, die bis zum
völligen Wachzustand vergeht, können die Träume bei den
vermeintlichen Nichtträumern bereits vergessen sein.
Daraus ergibt sich eine erste, grundlegende Voraussetzung für die gute Erinnerung an Träume:
Zunächst muss man die Tatsache akzeptieren, dass man träumt,
auch wenn man nichts davon weiß. Diese Einsicht führt zu
einer gewissen Neugier, die die Erinnerung an die Träume
erleichtert. Außerdem muss man genügend zur Traumdeutung
motiviert sein, also bestimmte, individuell unterschiedliche positive
Erwartungen damit verbinden.
Bessere Selbsterkenntnis, leichtere Bewältigung des Alltags,
innere Harmonie und Ruhe oder die Entwicklung der Kreativität
gehören zu den wichtigsten Motiven.
Lesen Sie auch:
Träume. Die geheimnisvolle Sprache des Unbewussten Wie wir unsere Träume besser verstehen können. Mit neuesten Erkenntnissen aus der Traumforschung· Ein Standardwerk, das auch für Laien verständlich ist von Verena Kast
Ausreichende Motivation, die man wohl bei jedem
voraussetzen kann, der ein Buch wie dieses liest, genügt
häufig schon, um die Traumerinnerung am Morgen ausreichend zu
fördern. Wenn dann noch die tägliche Routine hinzukommt, wird
man sich schließlich gewohnheitsmäßig fast jeden
Morgen gut an einen oder mehrere Träume erinnern können.
Gefördert wird das noch durch die folgende Technik, die sich bei regelmäßiger Anwendung gut bewährt hat:
Man sollte sich jeden Morgen gleich nach dem Erwachen, noch ehe man
vollständig zu sich gekommen ist, die Frage stellen: "Was habe ich
heute Nacht geträumt?" Anfangs wird man sie wohl noch öfters
vergessen, aber im Lauf der Zeit schleift sie sich so gut ein, dass man
schließlich automatisch mit diesem ersten Gedanken erwacht. Auf
diese Weise hält man Träume fest, bevor sie innerhalb der
ersten 8 Minuten vielleicht schon in Vergessenheit geraten.
Wer sich morgens durch einen Wecker mit Kassettenteil wecken
lässt, kann von Anfang an verhindern, dass er die Frage vergisst,
indem er sie auf Band spricht und den Wecker so einstellt, dass die
Kassette mit dem Wecken abgespielt wird.
Folgender Text hat sich als gut geeignet erwiesen: "Was
habe ich heute Nacht geträumt?" - Kurze Pause. "Vor meinem inneren
Auge entstehen Bilder, in denen ich meine Träume erkenne.
Ich halte diese Bilder in meiner Erinnerung fest. Sie können nicht
vergessen werden, bis ich die Botschaft verstanden habe." Dieser Text
wird dreimal hintereinander auf das Band gesprochen und fördert
die Traumerinnerung ausgezeichnet.
Eine weitere Möglichkeit, sich an Träume zu erinnern, steht
dem offen, der autogenes Training oder eine andere Entspannungs- und
Autosuggestionstechnik beherrscht. Dabei kann man sich so beeinflussen,
dass man die Träume nach dem Erwachen ebenfalls in Erinnerung
behält.
Bei jeder Entspannungsübung, die man normalerweise morgens und
abends durchführt, stellt man sich nach völliger Entspannung
ungefähr 30mal im Geist ganz intensiv vor, dass man sich an die
Träume erinnern wird.
Hilfreich ist dabei zum Beispiel der folgende Satz: "Ich träume
jede Nacht erinnere mich an alles, sobald ich erwacht." Man muss diese
Formulierung nicht genau übernehmen, aber so ähnlich sollte
sie sein. Der erste Teil der Formel trägt dazu bei, innere
Widerstände gegen die Träume zu überwinden, indem man
sich verdeutlicht, dass man immer träumt; der zweite Teil sorgt
für die bessere Erinnerung am Morgen.
Manchmal genügen schon wenige Übungen, um die Traumerinnerung
deutlich zu verbessern, unter Umständen muss man aber auch
wochenlang üben, wenn zum Beispiel stärkere innere
Widerstände zu überwinden sind.
Die folgende Technik zur Verbesserung der Traumerinnerung geht von der
Tatsache aus, dass die Träume am schnellsten vergessen werden,
wenn man nach dem Erwachen noch einige Minuten im Halbschlaf im Bett
liegt.
Das verhindert man wie folgt:
Der Wecker wird so gestellt, dass er einige Minuten vor der Zeit
rasselt, zu der man gewöhnlich aufsteht. Man erwacht
voraussichtlich gerade aus der letzten Traumschlafphase
und kann sich zumindest an die letzten Träume noch besser
erinnern. Um zu verhindern, dass die Erinnerung gleich wieder vergessen
wird, muss man sich aber sofort aus dem Bett erheben, nachdem der
Wecker den Schlaf unterbrochen hat.
Daran gewöhnt man sich bald. Damit man im Halbschlaf nicht doch
automatisch den Wecker abstellt und noch ein wenig döst, stellt
man ihn außer Reichweite; man kann dann nicht weiterschlafen oder
müsste zumindest aufstehen, um den Wecker abzuschalten, und wird
dadurch vollends wach.
Natürlich ist es auch möglich, ja sogar empfehlenswert, die
hier genannten Techniken zur besseren Traumerinnerung miteinander zu
kombinieren. Man kann zum Beispiel durch Autosuggestion in tiefer
Entspannung die Erinnerung "Vorprogrammieren", morgens dann mit dem
Weckerrasseln sofort aufstehen und vom Band die Frage nach den
Träumen abspielen lassen. Das alles kostet nicht viel Zeit und
hilft zuverlässiger, vor allem bei stärkeren
Widerständen, als eine einzelne Technik.
Wenn sich die Traumerinnerung trotz allem im Lauf der Zeit, nicht so
deutlich bessert, dass man regelmäßig mit den Träumen
arbeiten kann, liegt das vielleicht an zu starken inneren
Widerständen. Dann kann meist nur der Therapeut helfen, indem er
die Ursachen der Widerstände analysiert. Man muss aber auch
prüfen, ob man den Traumschlaf vielleicht be- oder verhindert.
Insbesondere Alkoholika und Schlafmittel mit Barbituraten stören
die Träume erheblich. Darauf muss man weitgehend verzichten, wenn
man die Träume regelmäßig analysieren will. Bestehende
Schlafstörungen müssen auf Dauer durch andere Hilfen
beseitigt werden, vor allem durch Entspannungstherapie, bei
körperlichen Ursachen auch durch ärztlich verordnete, gezielt
wirksame Arzneimittel. Alkohol ist nie eine Schlafhilfe.
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