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Vorahnungen im Traum - kann man ihnen trauen?
Immer
wieder berichten Menschen von prophetischen Träumen, in denen sie
Ereignisse erleben, die später tatsächlich eintreten.
Manchmal befassen sich solche Vorahnungen mit aktuellen Angelegenheiten
und gehen schon nach kurzer Zeit in Erfüllung, teils nehmen sie
Ereignisse vorweg, die erst viel später eintreten. Bestreiten kann
man diese Phänomene in der Traumdeutung nicht, dazu kommen sie zu
häufig vor.
Manche Menschen erleben solche Vorahnungen in ihren Träumen sogar
häufiger, andere sehr selten oder nie. Es gibt verschiedene
Erklärungsversuche, die zwar viele der Voraussagen plausibel
machen, aber auf einige nicht angewendet werden können.
Zunächst muss man bei vielen Vorahnungen davon ausgehen, dass sie
aus der Verarbeitung aktueller Ereignisse und Situationen im
Unbewussten entstehen. Da das Unbewusste die Persönlichkeit ganz
genau kennt, kann es auch schon vorher bewussten Entscheidung oder
Handlung wissen, wie man sich verhalten wird. Das kommt dann als
Vorahnung in den Träumen zum Ausdruck.
Dabei ist auch noch das Prinzip der sich selbst erfüllenden
Voraussagen zu berücksichtigen. Das heißt, man wird durch
die Vorahnung unwillkürlich derart im Verhalten beeinflusst, dass
man unbewusst alles tut, damit sie tatsächlich in Erfüllung
geht.
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Bei
den Traumvorahnungen, die sich erst nach langer Zeit verwirklichen und
scheinbar nichts mit der aktuellen Lebenssituation zu tun haben,
spielen die sich selbst erfüllenden Voraussagen keine so wichtige
Rolle oder sind überhaupt nicht festzustellen.
Solche prophetischen Träume kommen wohl in erster Linie dadurch
zustande, dass das Unbewusste die Grundtendenzen einer
Persönlichkeit, die nur die langfristige Weiterentwicklung eines
Menschen maßgeblich sind, sehr genau kennt.
Deshalb weiß es auch mit einiger Sicherheit, was in einigen
Jahren sein wird. So können sich sehr treffsichere Vorstellungen
von der weiteren Zukunft entwickeln, beispielsweise Erfolge,
Misserfolge und Enttäuschungen ankündigen, lange bevor man
die ersten Indizien dafür bewusst wahrnimmt.
Diese Vorahnungen schreiben gleichsam die augenblickliche Situation
entsprechend der individuellen seelisch-geistigen Tendenzen in die
Zukunft fort. Auch Vorahnungen von eigener Krankheit oder eigenem Tod,
die gelegentlich sehr frühzeitig auftreten, sind nicht
geheimnisvoll, sondern rational erklärbar.
Das Nervensystem nimmt wahrscheinlich die feinsten Veränderungen
im Körper wahr, die bewusst überhaupt nicht registriert
werden, weil sie zu unbedeutend erscheinen. Im Unbewussten werden sie
aber durchaus beachtet und bewertet. Das kann dann zu den warnenden
Vorausahnungen führen.
Sieht man Krankheit oder Tod anderer Menschen in
Träumen voraus, erklärt sich das vermutlich ebenfalls aus
sehr diskreten Wahrnehmungen, die nicht bewusst werden, sondern nur vom
Unbewussten bemerkt und verarbeitet werden.
Nicht erklärbar sind auf diese Weise freilich jene Vorahnungen,
für die man mit Sicherheit auch keine unbewusst registrierten
Informationen erhalten haben kann. Wenn man was gelegentlich wirklich
vorzukommen scheint, zum Beispiel die Lottozahlen der nächsten
Wochenziehung im Traum vorausgesehen hat, lässt sich das durch
keine der obigen Theorien auch nur annähernd erklären.
Vielleicht ist es wirklich nur ein Zufall.
Aber man kann zumindest gelegentlich doch nicht mit letzter Sicherheit
ausschließen, dass ein Traum aus unerklärlichen Gründen
tatsächlich eine zutreffende Voraussage enthielt.
Möglicherweise gelingt es im Ausnahmezustand des Traums wirklich,
aus gegenwärtiger Zeit und Raum in eine andere Dimension zu
gelangen und von dort aus in die Zukunft zu schauen, wie die Esoterik
annimmt. Aber das muss zumindest vorläufig noch reine Spekulation
bleiben, an die man glauben, die man jedoch nicht beweisen kann.
Schließlich darf man bei Vorahnungen im Traum nie vergessen, dass
es sich in Wirklichkeit auch um codierte Trauminhalte handeln kann, die
etwas ganz anderes meinen. Deshalb muss jede scheinbare Voraussage auch
daraufhin untersucht werden, ehe man sie als zukunftsgerichtet annehmen
darf.
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Was soll man also mit den Vorahnungen in Träumen
anfangen? Kann man ihnen vertrauen, oder ignoriert man sie besser?
Unter der Voraussetzung, dass es sich wirklich um eine Vorahnung und
keinen als solche "getarnten" anderen Trauminhalt handelt, gilt die
generelle Empfehlung:
Positive Voraussagen im Traum, die zum Beispiel einen Erfolg
prophezeien, darf man im allgemeinen annehmen, wenn das erahnte
Ereignis mit den persönlichen Erwartungen und Zielen
übereinstimmt. Dann wird man durch die Traumahnung nämlich
positiv „vorprogrammiert“ und verhält sich nach dem
Prinzip der selbsterfüllenden Erwartungen automatisch so, dass die
Vorhersage wahrscheinlich eintritt.
Man muss dann nicht lange forschen, woher diese Traumaussage stammt,
die positive Selbstbeeinflussung allein ist dabei schon wichtig genug.
Vorsicht und Skepsis sind hingegen bei allen negativen Vorahnungen
dringend notwendig, denn sie können sich ebenso wie positive
selbsterfüllende und angestrebte Ziele be- und verhindern. Solche
Vorhersagen müssen sehr sorgfaltig daraufhin untersucht werden, ob
sie nicht etwas anderes zum Ausdruck bringen wollen.
Findet man dafür auch nach gründlicher Traumanalyse keinen
Hinweis, sollte man erforschen, ob sich in der Vorahnung irgendeine
Warnung befindet, aus der man vielleicht erkennt, wovor man sich in
Zukunft hüten muss. Dadurch lassen sich Fehler vermeiden, die man
ohne den Traum nicht erkannt hätte.
Ferner muss man sich fragen, ob das angestrebte Ziel, das nach der
Vorahnung nicht erreicht wird, möglicherweise überhaupt nicht
erstrebenswert ist und nicht im Einklang mit der Persönlichkeit
steht. Dann kann man falsche Absichten, Bestrebungen und Wünsche
noch rechtzeitig aufgeben, ehe man vielleicht ein Fiasko erlebt.
Was die Vorahnung von Krankheiten angeht, sollte man sie zunächst
ernst genug nehmen, um eine gründliche Untersuchung zu
veranlassen. Wenn sich dabei kein Befund erheben lässt, prüft
man die Vorahnung sorgfältig daraufhin, ob sie vielleicht nur auf
Fehler der Lebensführung, zum Beispiel falsche Ernährung,
Bewegungsmangel oder übermäßigen Stress hinweisen will,
aus denen sich irgendwann einmal die vorhergesehene Erkrankung
entwickeln könnte. Wenn man das erst einmal erkannt hat, bleibt
noch genug Zeit, diese Fehler zu korrigieren.
Und man kann natürlich auch schnurstracks einen Lottoschein
ausfüllen oder an einem Preisausschreiben teilnehmen, wenn man die
kommenden Lottozahlen im Traum gesehen oder von einem Hauptgewinn
geträumt hat. Die Aussichten, dass man wirklich zum Hauptgewinner
wird, sind zwar trotz der Vorahnung recht gering, denn solche
Träume mögen oft nur der scheinbaren Wunscherfüllung
dienen, aber manchmal scheinen sie eben doch zuzutreffen.
Außerdem geht man dabei ja keinerlei Risiko ein und vermeidet,
dass man noch lange Zeit grübelt, ob man bei einer Teilnahme an
einem Preisausschreiben nicht vielleicht doch den Hauptgewinn gezogen
hätte.
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