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Traumdeutung
Träume mit sexuellem Inhalt
Die
Sexualität ist für den heutigen Menschen zwar nicht mehr so
problematisch, wie es zu Freuds Zeiten noch der Fall war, aber sie
gehört nach wie vor zu den großen Tabubereichen menschlichen Lebens.
Deshalb kann sie auch an vielen seelischen Störungen beteiligt sein.
So
verwundert es nicht weiter, dass die Traumzensur der Sexualität als
einer der mächtigsten Triebregungen zwar viel Raum lassen muss, aber
die sexuellen Inhalte meist nicht offen, sondern nur sehr stark
verzerrt zulässt. Andererseits bedeutet das für Träume mit offenkundig
sexuellem Inhalt, dass sie mit der Sexualität häufig kaum etwas zu tun
haben.
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Die
sexuellen Traumbilder sind dann nur der Code, der den tatsächlichen
Inhalt verschlüsselt. Deshalb darf man sich bei sexuellen Träumen nie
mit der vordergründigen Bedeutung begnügen, sondern muss sorgfältig
nach den eigentlichen Botschaften forschen.
Wenn sexuelle Träume
tatsächlich etwas mit dem Sexualtrieb zu tun haben, dann werden sie von
der Traumzensur oft nur deshalb weitgehend unverschlüsselt zugelassen,
weil damit Triebspannung abgebaut werden kann. Die Scheinbefriedigung
der sexuellen Bedürfnisse, die man im Wachzustand, aus welchen Gründen
auch immer, nicht ausleben kann, sorgt dann dafür, das durch den
unerfüllten Trieb gefährdete psychische Gleichgewicht wieder
herzustellen.
Das kann soweit führen, dass es im Traum sogar zum lustvoll
erlebten Orgasmus kommt, der im Wachzustand vielleicht nicht mehr zu
erreichen ist. Es muss sich also nicht nur um eine scheinbare sexuelle
Befriedigung zum Abbau von Spannungen handeln, sie kann durchaus real
sein.
Oft werden solche sexuellen Träume häufig wiederkehrend von
den Menschen erlebt, denen im wirklichen Leben keine Möglichkeiten
für sexuelle Beziehungen gegeben sind oder die sich dabei so stark
gehemmt fühlen, dass sie nicht zum befriedigenden Höhepunkt
gelangen. Für sie bietet die Sexualität im Traum eine Art
Sicherheitsventil, dessen Bedeutung man nicht unterschätzen
darf.
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Aber wie gesagt, die Mehrzahl dieser Träume hat mit
Sexualität nicht wirklich etwas zu tun, sondern bringt ganz andere
Bedürfnisse, Probleme und Konflikte zum Ausdruck. Das lässt
sich immer nur im Einzelfall beurteilen. Unter anderem können
sexuelle Träume das Bedürfnis nach menschlicher Nähe und
Zuwendung, Anerkennung und mehr Beachtung signalisieren, das durch die
sexuell gefärbten Träume symbolisch befriedigt wird.
Auch Unreife der Persönlichkeit, Unsicherheit oder Störungen
im emotionalen Bereich finden ihren Ausdruck nicht selten in
scheinbaren Sexträumen. Insbesondere bei Träumen mit
perversem Inhalt muss unbedingt an diese Möglichkeit gedacht
werden, damit man sich bei der Traumerinnerung im Wachzustand nicht
noch schwere Selbstvorwürfe wegen der vermeintlichen
„Abartigkeit“ macht.
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Wunsch- und Begehrungsträume
Die Scheinbefriedigung von Wünschen, die nicht tatsächlich zu
erfüllen sind, gehört zu den wichtigsten Funktionen der
Träume. Dadurch werden vor allem Spannungen vermindert, die das
innere Gleichgewicht erheblich stören würden. Vieles von dem,
was man begehrt, aus den unterschiedlichsten Gründen aber nicht
erhält, taucht in den Träumen nicht offen auf, sondern wird
zuvor bei der Traumarbeit verzerrt.
Deshalb sind die Wunsch- und Begehrungsträume nicht immer auf Anhieb zu erkennen, sondern erst nach der Analyse.
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