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Traumbücher
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Traumdeutung
Häufige Inhalte der Träume
Träume
enthalten die unterschiedlichsten Elemente und Handlungen,
abhängig von der Persönlichkeit und Situation des
Träumenden. Einige Inhalte kommen aber besonders oft vor. Dazu
gehören vor allem körperbedingte, sexuelle und
Wunschträume. Wenn man ihre Merkmale kennt und von ihrer
Grundbedeutung weiß, fällt es oft wesentlich leichter, den
Einstieg in die Analyse der einzelnen Träume zu finden.
Deshalb stellen wir nun die wichtigsten dieser Inhalte genauer vor.
Allerdings darf man sich nie dazu verleiten lassen, einfach diese
allgemeinen Deutungen zu übernehmen, denn sie werden den
individuellen Inhalten nicht vollständig gerecht.
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Körperlich verursachte Träume
Zu Beginn der modernen Traumanalyse versuchte man, praktisch alle
Träume aus körperlichen Vorgängen zu erklären. Das
war falsch und führte zu teilweise obskuren, skurrilen
Vorstellungen. Aber es besteht doch kein Zweifel daran, dass
körperliche Veränderungen auf Träume Einfluss nehmen
können. Allerdings entstehen die Träume selbst nicht durch
solche Vorgänge im Körper, diese werden lediglich mit im
Traumgeschehen verarbeitet.
Es gibt keine festen Regeln, nach denen bestimmte physische
Vorgänge bei jedem Menschen zu den gleichen Träumen
führen. Was bei dem einen vielleicht das Gefühl erzeugt, als
schwebte der Kopf oder ein anderer Teil des Körpers frei und
losgelöst im Raum, kann bei einem anderen vielleicht
Angstzustände oder Todesträume hervorrufen, das ist
individuell ganz verschieden.
Die meisten körperbedingten Träume sind ohne tiefere
Bedeutung. Sie können zum Beispiel durch einen stärkeren
Blutdruckabfall in der „biologischen Krisenzeit“ zwischen 2
und 5 Uhr morgens, durch Missempfindungen, die bei zentralnervöser
Spannungsentladung in der Gehirnrinde oder bei Umschaltungen im
vegetativen Nervensystem vorübergehend auftreten, oder durch
äußere Temperaturreize, wenn man nicht mehr warm zugedeckt
ist, in den Träumen entstehen.
Allerdings gibt es auch manche Träume, die ganz konkret auf eine
Erkrankung hinweisen, von der man bisher noch nichts spürt. Zum
Teil werden die betroffenen Körpergebiete dabei sogar deutlich im
Traum gezeigt. Solche Hinweise sollte man zum Anlass für eine
baldige Untersuchung nehmen, denn es zeigt sich immer wieder, dass sie
zutreffen können.
Oft liegt eine psychosomatische Störung von Körperfunktionen
zugrunde, die durch das Zusammenspiel von Körper und Seelenleben
auftritt und später in eine organische Erkrankung übergehen
kann.
Freilich kommen auch ganz konkrete Krankheitsträume vor, bei denen
man selbst bei umfassender Untersuchung keine organische
Veränderung nachweisen kann. In solchen Fällen hat das
geträumte Organ eine symbolische Bedeutung, die man bei der
Traumanalyse erkennt. Eine geträumte Erkrankung des Herzens kann
zum Beispiel daraufhin weisen, dass Probleme im Gefühlsbereich
bestehen, ein Magenleiden im Traum zeigt vielleicht an, dass man im
Alltag zu viel „Unverdauliches“ schlucken muss.
Wie es möglich ist, dass in Träumen manchmal ganz klar auf
verborgene Krankheiten hingewiesen wird, kann man heute noch nicht
genau erklären. Am einleuchtendsten ist die Annahme, dass das
vegetative Nervensystem, das den gesamten Organismus durchzieht, auch
geringfügige Veränderungen registriert, seine
„Meldungen“ an das Gehirn aber im Wachzustand zu
unerheblich scheinen, als dass sie bewusst wahrgenommen würden.
Das ist vielleicht nur im Schlaf möglich, wenn das Gehirn
teilweise von den Reizen der Umwelt abgeschirmt wird. Man muss sich
durch Träume von schweren Krankheiten nicht gleich ins Bockshorn
jagen lassen, oft genug steht dahinter eine andere Bedeutung. Aber man
sollte sie auch nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern bald
klären lassen, ob wirklich etwas vorliegt.
Verarbeitung von Tagesresten
Die Träume, in denen tatsächliche Ereignisse und Erfahrungen
der vorangegangenen Tage nachvollzogen werden, dienen meist der
„seelischen Hygiene“. Man erlebt dabei zum Beispiel erneut
irgendeinen Ärger oder ein Problem, das man über der Hektik
und dem Stress des Alltags zunächst ohne stärkere Reaktion
einfach „weggesteckt“, aber noch nicht verarbeitet hat.
Auch angenehme, freudige Ereignisse können auf diese Weise
nochmals nachvollzogen werden und positiv beeinflussen.
Zum Teil dienen die Träume mit Tagesresten vermutlich dem
„Einschleifen“ neuer Erfahrungen im Zentralcomputer Gehirn,
wo sie gespeichert werden und das zukünftige Verhalten
beeinflussen können. Außerdem erfüllen diese
Träume sicher auch den Zweck, die kleinen Sorgen und Probleme des
Alltags rasch und unkompliziert, gleichsam im Schlaf, zu
bewältigen. Dadurch verlieren sie ihre Bedeutung, können das
tägliche Leben nicht mehr stören.
Zum Teil werden dabei auch Verhaltensweisen korrigiert, die man in der
realen Situation zeigte, mit denen man aber hinterher nicht mehr
zufrieden ist, weil sie nicht angemessen waren. So kann man sich im
Traum zum Beispiel gegen eine als ungerecht empfundene Rüge des
Chefs, die man einfach geschluckt hat, vehement zur Wehr setzen oder
auf eine Situation, in der man unnötig aufbrauste und ungerecht
gegen andere war, ruhig und überlegen reagieren.
Solche Träume können zwar im Verhalten nichts mehr
ändern, aber die inneren Spannungen abbauen, die noch andauern.
Und manchmal findet man im Traum auch eine realistische
Möglichkeit, die Situation am nächsten Tag nochmals
aufzugreifen und befriedigender zu klären, indem man zum Beispiel
mit dem Chef in Ruhe spricht oder sich für eine Ungerechtigkeit
entschuldigt.
Die Verarbeitung von Tagesresten in den Träumen ist sehr wichtig
für die Erhaltung des psychischen Gleichgewichts. Wir wären
maßlos überfordert, wenn wir uns mit jeder Kleinigkeit, die
uns im Alltag widerfährt, bewusst ausführlich
auseinandersetzen müssten. Das würde nur die Energie und
Kreativität blockieren, die für wichtigere Dinge gebraucht
wird. Träume sorgen dafür, dass man den Kopf am nächsten
Tag wieder freier hat.
Eine tiefere Bedeutung haben die Alltagsträume oft nicht, sie
werden deshalb von der Traumzensur häufig nur wenig codiert.
Vielfach genügt es, wenn man sie einfach zur Kenntnis nimmt, ohne
nach einer tieferen Bedeutung zu forschen. Wenn sie Vorschläge
enthalten, nach denen man ein falsches Verhalten im Alltag korrigieren
soll, müssen diese sorgfältig geprüft werden. Manche
sind brauchbar, andere nur unrealistische Scheinlösungen.
Erinnerung an verdrängte Erfahrungen
Die Träume, in denen verdrängte Erfahrungen zum Ausdruck
kommen, gehören häufig zu den wichtigsten, denn sie verhelfen
uns zur vertieften Einsicht in die persönliche Entwicklung und in
die augenblickliche Lebenssituation. Aus solchen Träumen kann sich
eine tiefe psychische Krise ergeben, an deren Ende vielleicht ein
grundlegender Wandel des gesamten Lebens steht.
Wo die zahllosen Erfahrungen, die wir von der Wiege bis zur Bahre
machen, gespeichert werden, ist bislang noch unbekannt. Man kann sich
schwer vorstellen, wie und wo diese Fülle von Daten ein Leben lang
erhalten bleibt. Vielleicht wird tatsächlich viel für immer
vergessen und nur das gespeichert, was wirklich wichtig war. Dafür
spricht, dass man sich vor allem an Gedächtnisinhalte, die mit
Gefühlen verbunden waren, besonders gut erinnern kann, weil sie
durch die Emotionen ein besonderes Gewicht erhielten.
Aber man erlebt auch nicht selten, dass man sich plötzlich an sehr
weit zurückliegende Erfahrungen erinnert, die eigentlich zu banal
waren, als dass man sie hätte speichern müssen. Daraus
könnte man schließen dass wir überhaupt nichts
vergessen, sondern alles.
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