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Traumdeutung - Allegorien
Die Allegorien sind eine Kunstform der Sprache, die man auch oft in der
Dichtung findet. Das griechische Wort bedeutet übersetzt Gleichnis
oder Sinnbild. Es zeigt an, dass ein ganz abstrakter Begriff in einem
sehr anschaulichen Bild versinnbildlicht wurde.
Es gibt zahlreiche solcher Allegorien, die in den Träumen
häufig auftauchen. So ist zum Beispiel das Gerippe eine Allegorie
des Todes, eine Frau mit verbundenen Augen Sinnbild des Rechts und der
Gerechtigkeit. Im Gegensatz zu den Symbolen sind die Allegorien niemals
doppeldeutig, sondern versinnbildlichen immer nur einen abstrakten
Begriff.
Oft werden den allegorischen Bildern noch Attribute (Merkmale)
beigefügt, die den Sinn untermalen. Das Gerippe als Allegorie des
Todes trägt zum Beispiel noch das Stundenglas und eine Sense. Die
Justitia trägt als Attribut eine Waage, die für ausgleichende
Gerechtigkeit steht. So werden die Allegorien eindeutiger.
Manche Attribute können sich auch verselbständigen, wenn ihr
Sinngehalt stark genug ist und sind dann meist nicht mehr eindeutig
gegen die Symbole abzugrenzen. Die Waage kann zum Beispiel auch allein
die Gerechtigkeit symbolisieren, ein Füllhorn der Fortuna auch
für sich allein schon Glück bedeuten.
Es fallt im allgemeinen nicht schwer, solche Allegorien und Attribute
in den Träumen zu erkennen, weil sie auch im täglichen Leben
gebräuchlich sind
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Archetypen
Mit den Archetypen erweiterte der Schweizer Freud-Schüler und
Kritiker C. G. Jung die Traumanalyse vom individuellen in den allgemein
menschlichen Bereich. Diese Urbilder (Ursymbole) findet man nicht nur
in den Träumen, sondern auch in den Märchen, Sagen, Mythen,
Religionen und in der Kunst, und zwar unabhängig vom Kulturkreis,
von der Rasse, Nationalität oder vom Geschlecht.
Sie entstanden in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte auf Grund
der damaligen Erfahrungen, Eindrücke und Vorstellungen. Die
Ursymbole haben ihren Sinn bis heute nahezu unverändert bewahrt.
Voraussichtlich werden sie auch viele Generationen nach uns noch im
gleichen Sinn wie heute verwendet.
Wie die Weitergabe der Archetypen über die Jahrtausende hinweg
erfolgte, kann heute noch nicht erklärt werden. Die
überlieferten Mythen der Menschheit mögen dabei eine Rolle
spielen. Manche Traumforscher diskutieren aber auch die Frage, ob eine
Weitergabe über die Erbanlagen ( Gene) möglich ist, das
Wissen um die Bedeutung der Archetypen also zur genetischen
„Grundausstattung“ der Menschen gehört. Beweise
hierfür gibt es bisher aber nicht.
Fest steht jedoch, dass die Ursymbole aus dem kollektiven Unbewussten
stammen, das Jung als überpersönlichen Bereich der Seele
neben das von Freud entdeckte individuelle Unbewusste stellte. Hier
fließen die menschlichen Entwicklungen seit grauer Vorzeit
zusammen, die ebenfalls über die Jahrtausende hinweg weitergegeben
werden.
Archetypen sind nicht geheimnisvoll, wir kennen sie alle aus dem Alltag
und verbinden alle bestimmte Vorstellungen damit. Zu den typischen
Ursymbolen gehören zum Beispiel Vater und Mutter mit den
verschiedenen Formen (wie Stiefmutter, Schwiegermutter, Großvater
und andere), die bestimmte Vorstellungen und Erwartungen an das
Rollenverhalten wecken.
Auch das Kreuz der christlichen Religionen ist ein Archetypus, den man
schon in heidnischer Vorzeit als Symbol kannte. Aus dem asiatischen
Raum stammt das Urbild des Mandalas, eine symbolische Zeichnung, die
Kreis und Quadrat als Gegensätze in sich vereint und sehr
unterschiedlich ausgeschmückt wird.
Das Mandala symbolisiert die Selbstwerdung des Menschen. Es wird in
asiatischen Meditationsübungen, die dieser Selbstwerdung dienen,
auch als Hilfe zur tiefen Versenkung verwendet. Schließlich sei
noch der uralte Archetypus Uroboros genannt, eine Schlange, die sich
selbst in den Schwanz beißt. Sie versinnbildlicht das Urchaos, in
dem sich das Bewusstsein erst noch entwickeln musste. Uroboros vereint
in sich alle Widersprüche, die am Anfang der menschlichen
Entwicklung vorhanden sind.
Archetypen in den Träumen sind oft besonders aussagefähig,
weil sie aus den Tiefen der Psyche stammen und urmenschliche
Erfahrungen zum Ausdruck bringen, die auch im Rahmen einer langen
Psychoanalyse oft nur schwer an die Oberfläche des Bewusstseins zu
heben sind.
Vielleicht erklären sich aus den Archetypen auch manche
Vorahnungen in Träumen, die später erstaunlich genau in
Erfüllung gingen. Spekulativ könnte man annehmen, dass wir
über das kollektive Unbewusste in Bereiche eintreten können,
die jenseits unserer dreidimensionalen Alltagswelt liegen.
Dafür könnte man sogar einige Theorien der modernen
Mathematik und Physik anführen. Aber man entfernt sich damit von
der wissenschaftlich fundierten Traumdeutung in Richtung Esoterik. Wer
das nicht von vornherein ausschließt, gelangt durch die Deutung
der Archetypen vielleicht zu überraschenden, erschütternden
Einsichten und Erfahrungen. Das Lexikon wird eine Reihe häufiger
Archetypen genauer erklären.
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