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Traumbücher
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Wissenschaftliche Erkenntnisse der Traumdeutung
Träume
gehören seit alters zu den Geheimnissen des Lebens. Sie
faszinierten, bedrängten und ängstigten die Menschen zu allen
Zeiten. Deshalb entstanden schon früh die unterschiedlichsten
Erklärungen für den Traumschlaf: Aber erst in den letzten
Jahrzehnten gelang es der Schlafforschung zusammen mit der Psychologie,
das Geheimnis des Traumschlafs teilweise zu lüften.
Allerdings sind noch längst nicht alle Fragen geklärt, und
manche Theorien lassen sich nicht miteinander vereinbaren. Ob das
menschliche Gehirn jemals in der Lage sein wird, die Träume, die
es produziert, völlig zu verstehen, ist fraglich. Aber auch mit
dem heutigen Wissen ist es schon möglich, die Träume
wenigstens so weit zu erklären, dass man praktisch damit arbeiten
kann.
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Eine Wissenschaft des Träumens von S. Freud
Ursprung der Träume Wie und wo die Träume entstehen, ist
bisher noch nicht endgültig geklärt. Die vermehrten
Aktivitäten mancher Hirnareale beim Traum, die man im EEG
nachweisen kann, weisen darauf hin, dass der Traumschlaf durch das
komplexe Zusammenspiel verschiedener Abschnitte des Gehirns zustande
kommt. Außerdem sind dabei auch chemische Botenstoffe
(Neurotransmitter) des Nervensystems beteiligt.
Für die Umschaltung vom orthodoxen Tiefschlaf in den REM-Schlaf
sorgt jener Teil des Gehirns, den man wegen seiner Färbung als
Locus caeruleus (lateinisch: locus = Ort, Stelle; caeruleus = blau)
bezeichnet. Dieses bläulichgraue Feld besteht aus einer Ansammlung
von zahlreichen pigmentierten Ganglien-(Nerven-)zellen. Es befindet
sich über dem Hirnstamm am seitlichen Rand der vorderen Abschnitte
der Rautengrube, die den Boden des IV. Hirnventrikels (mit
Flüssigkeit gefüllte Hirnkammer) in der Tiefe des
Schädels bildet.
Von zentraler Bedeutung scheint außerdem das Hormon Vasotocin zu
sein, das von der Zirbeldrüse im Gehirn abgesondert wird. Wie
dieser körpereigene Stoff zu Träumen führt, kann man
noch nicht genau erklären. Fest steht jedenfalls, dass man
Vasotocin im Körper nur während der Träume nach- weisen
kann, wenn man die Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor
cerebrospinalis) zur Untersuchung aus dem Rückenmarkskanal
entnimmt.
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Bei Kindern, die noch länger träumen, liegt seine
Konzentration deutlich höher als bei Erwachsenen, außerdem
wirkt von außen verabreichtes Vasotocin bei Kindern stärker
traumschlaffordernd als bei Erwachsenen. Den höchsten
Vasotocinwert stellt man regelmäßig bei besonders lebhaften,
bunten Träumen fest. Wenn man Vasotocin experimentell auf die
Nasenschleimhaut träufelt, werden dadurch lebhafte, bunte
Träume ausgelöst. Dazu genügt schon die winzige Dosis
von nur 0,001 Milligramm (1 Milligramm = 1 Tausendstel Gramm).
Außerdem konnte man auf diese Weise in Versuchen schon
hartnäckige Schlafstörungen heilen. Allerdings steckt diese
Therapie noch in den Kinderschuhen und lässt noch viele Fragen
ungelöst, so dass heute noch nicht absehbar ist, ob und wann sie
einmal in größerem Umfang angewendet werden kann. Vasotocin
wirkt wahrscheinlich gemeinsam mit einem hormonartigen Neurotransmitter
des Gehirns, der als Serotonin bezeichnet wird.
Er entsteht im Körper aus dem Eiweißbaustein
(Aminosäure) Tryptophan, der kürzlich in die negativen
Schlagzeilen geriet, weil daraus hergestellte Schlafmittel nach
gentechnischen Manipulationen bei der Herstellung plötzlich zu
schweren Nebenwirkungen führten. (Deshalb sind diese Medikamente
inzwischen verboten.)
Die Bedeutung der körpereigenen Serotoninausschüttung ist
noch nicht ausreichend bekannt. Unter anderem weiß man heute,
dass der Wirkstoff für den Schlaf-Wach-Rhythmus, den Antrieb und
die Stimmung wichtig ist, bei Depressionen und Migräne eine Rolle
spielt. Die Gehirnzellen, die Serotonin enthalten, scheinen die Wirkung
von Vasotocin zu verstärken.
Das komplexe Zusammenwirken von Vasotocin, Serotonin und anderen
Neurotransmittern bei der Steuerung des Schlaf- Wach-Rhythmus und des
Traumschlafs kann man heute noch nicht ganzheitlich erfassen.
Vermutlich kennt man noch nicht einmal alle dieser chemischen
Botenstoffe, die unser ganzes Seelenleben, unsere Stimmungen, Antriebe,
Bedürfnisse und viele andere psychische Funktionen bestimmen.
Von der weiteren Aufklärung, an der weltweit gearbeitet wird, kann
man vielleicht irgendwann einmal auch die Heilung schwerer seelischer
Krankheiten erwarten.
Merkmale des Traumschlafs
Die wichtigsten, äußerlich erkennbaren Merkmale des REM-
Schlafs lernten wir bereits bei den Unterschieden zwischen Traum- und
Tiefschlaf genau kennen. Hauptsächlich handelt es sich dabei um
die folgenden:
- Als
primäres Merkmal die raschen Augenbewegungen hinter geschlossenen
Lidern nach oben, unten und seitlich, die mit den Trauminhalten in
Beziehung stehen können.
- Stärkere
Erschlaffungng der Muskulatur als im Tiefschlaf ( - Beschleunigung der
Atmung und des Pulses sowie Erhöhung des Blutdrucks.
- Erektion
des männlichen Gliedes und Feuchtigkeit in der weiblichen Scheide,
auch wenn die Träume keine sexuellen Inhalte haben.
- Ausdrucksbewegungen im Gesicht, die von den Trauminhalten geprägt sind.
Außerdem weiß man, dass man aus Träumen nicht
plötzlich aufschrecken oder gar Schlafwandeln kann, wie es aus dem
Tiefschlaf heraus möglich ist. Auch kommt es während der
Traumschlafphasen nie zum Bettnässen. Epilepsiekranke erleben
während der Träume keinen akuten Anfall.
Das Traumgeschehen selbst wird vor allem dadurch gekennzeichnet, dass
alle Gesetze von Raum und Zeit, Vernunft, Logik und Moral, denen wir im
Wachzustand folgen, aufgehoben sind. Das ist einer der Gründe,
weshalb man viele Träume nicht auf Anhieb verstehen kann. Sie
können zum Beispiel Erfahrungen, Eindrücke, Ereignisse und
Personen, die man im Lauf des Lebens zu unterschiedlichen Zeiten
erlebte, vermischen, so dass völlig neue Situationen entstehen,
die mit früheren realen Vorgängen nichts mehr zu tun haben.
Dadurch werden die Träume zum Teil zu einer Quelle der
Kreativität, die sich gerade dadurch auszeichnet, dass
verschiedene Faktoren in einen neuen Zusammenhang gebracht werden. Oft
treten im Traum auch Wünsche und Bedürfnisse auf, die sich
nicht mit den gängigen Moralvorstellungen vereinbaren lassen und
im Wachzustand deshalb unterdrückt werden.
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