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Traumdeutung
Es gibt Unterschiede zwischen dem Traumschlaf und Tiefschlaf
Es
gibt große Unterschiede zwischen Traum- und Tiefschlafphasen.
Einer der markantesten objektiven Unterscheidungsmerkmale, ist eine
Veränderung der Hirnstromwellen und die innerlich schnellen
Augenbewegungen beim Traumschlaf.
Im Tiefschlaf werden einige Körperfunktionen heruntergeschaltet,
diese (Körperfunktionen) arbeiten sozusagen auf Sparflamme. Der
Ablauf dieser Funktionen verläuft ohne bewusstes Zutun ganz
automatisch ab. Die Steuerung erfolgt über das vegetative
Nervensystem, das diese lebenswichtigen Funktionen steuert.
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Schlaf und Traum
Der parasympatische Anteil des vegetativen Nervensystem übernimmt
im Schlaf die Vorherrschaft und für den Aufbau und Speicherung
neuer Energie für den nächsten Tag sorgt. Der parasympatische
Anteil reduziert also den Energieverbrauch und die Aktivität. Das
Gegenstück, der Sympathikus, überwiegt dagegen im Wachzustand.
Auf Grund der parasympathischen Einflüsse erschlaffen alle
Skelettmuskeln, die im Wachzustand für die Bewegungen
zuständig sind. Zwischendurch können grobschlägige
Zuckungen der Glieder als Zeichen zentralnervöser
Spannungsentladungen in der Gehirnrinde auftreten.
Die Reflexe mit denen wir auf plötzliche Gefahren spontan ohne
Umweg über das Gehirn aus Zentren des Rückenmarks heraus
reagieren können, bleiben auch im tiefsten Schlaf voll intakt (bei
der Ohnmacht hingegen gehen sie verloren).
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Auch der Spannungszustand der Blutgefäße, der
durch kleine, vom vegetativen Nervensystem versorgte Muskeln zustande
kommt, verringert sich, so dass der Blutdruck sinkt. Verstärkt
wird die Blutdrucksenkung noch durch die Verlangsamung des Herzschlags.
Das kann vor allem bei bestehenden Kreislaufstörungen, niedrigem
Blutdruck und Herz-Gefäß- Erkrankungen soweit führen,
dass es zur akuten Mangeldurchblutung des Gehirns kommt, die zu
Angstträumen führt oder den Schlaf unterbricht. Gehäuft
treten solche Herz-Kreislauf- Sensationen am frühen Morgen
zwischen 2 und 5 Uhr auf (hier kann ein Zusammenhang mit dem 2.
nächtlichen Tiefpunkt bestehen), so dass man diese Zeitspanne in
der Medizin auch als die „biologische Krisenzeit“
bezeichnet.
Ferner wird im Tiefschlaf die Atmung oberflächlicher und
langsamer. Da man kaum noch aktiv ist, benötigt der Organismus
weniger Sauerstoff als im Wachzustand. Bei manchen Menschen kommt es
sogar zur Schlaf-Apnoe (Atemlosigkeit), bei der etwa alle 30 Minuten
die Atmung nur ungefähr 30 Sekunden zum Stillstand kommt.
Dadurch erwacht man und findet erst nach einiger Zeit wieder in den
Schlaf, so dass jede Nacht ein erhebliches Schlafdefizit entsteht.
Hauptsächlich tritt die Schlaf-Apnoe, deren Ursachen noch nicht
endgültig geklärt sind, bei Männern ab 40, Schnarchern,
Übergewichtigen und Bluthochdruckkranken auf.
Da im Tiefschlaf die Energiegewinnung und -Speicherung im Vordergrund
der Stoffwechselaktivität steht, nimmt auch die
Körpertemperatur ab, denn zu ihrer Erhaltung ist ständiger
Energieeinsatz notwendig. Normalerweise spürt man davon jedoch
nichts, weil man ja warm zugedeckt im Bett liegt. Wenn sich die Zudecke
aber verschoben hat, kann der Körper den Wärmeverlust nicht
mehr ausgleichen, man friert und wacht auf.
Die Verdauungsorgane werden im Tiefschlaf vermehrt durchblutet. Das
schafft eine Voraussetzung dafür, dass aus der Nahrung Energie
für den nächsten Tag gewonnen werden kann.
Von den Sinnesorganen werden die Augen am deutlichsten durch den
Lidschluss gegen die Außenwelt abgeblendet. Hinter den Lidern
verengen sich auch noch die Pupillen, so dass dieses nur die
Orientierung im Wachzustand wichtigstes Sinnesorgan weitgehend
„ausgeschaltet“ ist. Allerdings dringt Licht auch durch die
geschlossenen Lider, deshalb schlafen viele Menschen schlechter, wenn
im Schlafzimmer das Licht brennt oder frühmorgens die Sonne durch
das offene Fenster scheint.
Die Ohren und die Nase können nicht wie die Augen geschlossen
werden, sondern nehmen nach wie vor die Sinnesreize der Umwelt auf.
Allerdings erhöht sich die Reizschwelle für akustische und
Geruchssignale, so dass man zum Beispiel nicht durch den üblichen
Geräuschpegel erwacht; das ist auch eine Frage der Gewöhnung
an die Reize der Umwelt.
Überdies findet durch das Gehirn offenbar auch im Tiefschlaf eine
Reizselektion statt, sie führt dazu, dass man selbst auf schwache
Geräusche, die den Schlaf eigentlich nicht unterbrechen
dürften, zum Beispiel das leise Weinen eines Kindes, als Mutter
oder Vater sofort erwacht, auf den vorbeifahrenden, wesentlich lauteren
LKW aber nicht reagiert.
Auch andere Sinnesorgane werden im Schlaf nicht abgeschaltet, sondern
nur gedämpft, damit man durch die üblichen Eindrücke
nicht geweckt wird. Früher, als der Mensch noch im Freien schlief
und ständig von Gefahren bedroht wurde, war das lebensnotwendig,
damit er auch aus dem Tiefschlaf heraus sofort reagieren konnte.
Heute hat die Fortdauer der Reizaufnahme im Tiefschlaf ihren
lebenswichtigen Sinn weitgehend verloren, kann sogar mit zu
Schlafstörungen beitragen, wenn man zum Beispiel in einer lauten
Umgebung wohnt.
Auffälligstes körperliches Merkmal des REM-Schlafs sind
die Bewegungen der Augen hinter den geschlossenen Lidern, die im
Schlaflabor mit Elektroden genau nachweisbar sind. Sie gelten als
primäres, also beweiskräftiges Anzeichen für den
Traumschlaf.
Man erklärt sie vor allem daraus, dass die Träume
hauptsächlich in Bildern ablaufen, denen die Augen wohl folgen. Es
gelang in Untersuchungen, bei einzelnen Träumen eine Beziehung
zwischen der Richtung der Augenbewegungen und den Trauminhalten
nachzuweisen, zum Beispiel horizontale Bewegungen während des
Traums von einem Tennisspiel.
Ob sich das aber verallgemeinern lässt, steht nicht sicher fest,
denn es gibt auch Untersuchungsergebnisse, nach denen die
Augenbewegungen unabhängig von den Trauminhalten ablaufen.
Selbst bei blinden Menschen kommt es bei den Träumen zu
Augenbewegungen, denn sie träumen ebenfalls in Bildern, sofern sie
nicht blind geboren wurden oder in der frühen Kindheit erblindet
sind.
Zu den sekundären, also nicht ganz so eindeutigen Merkmalen des
Traumschlafs gehört die tiefe Entspannung der Skelettmuskulatur,
die noch stärker als im Tiefschlaf erschlafft. Sogar Patienten,
die am Wundstarrkrampf erkrankt sind, entspannen die Muskulatur noch im
Traumschlaf: was während der Tiefschlafphase nicht gelingt.
Wesentlich aktiver als im Tiefschlaf sind während der Träume
einige andere Organfunktionen. So wird zum Beispiel die Atmung
beschleunigt und vertieft, das Herz arbeitet schneller und der
Blutdruck erhöht sich. Dadurch verbessert sich unter anderem die
Durchblutung des Gehirns, das ebenfalls aktiver arbeitet, um die
Träume zu „produzieren“.
Die ebenfalls verstärkte Durchblutung der Geschlechtsorgane
führt bei Männern zur Erektion des Gliedes, bei Frauen wird
die Scheide feucht; diese natürliche Reaktion tritt bei allen
Träumen auf, nicht nur bei denen mit sexuellem Inhalt. Unter
Umständen kommt es sogar zum Samenerguss, bei Frauen zum Orgasmus.
Schließlich kann man während der Träume auch noch eine
lebhafte Mimik im Gesicht wahrnehmen. Diese Ausdrucksbewegungen stehen
im Zusammenhang mit dem Inhalt der Träume. Die Palette der
Ausdrucksmöglichkeiten reicht dabei, wie im Wachzustand auch, vom
Lächeln und leichten Erstaunen bis hin zum Entsetzen oder zur
panischen Angst.
Träume erfüllen vielerlei Funktionen, angefangen bei der
Muskelentspannung bis hin zur Scheinbefriedigung von Wünschen, die
man sich im Wachzustand nicht gestattet. In erster Linie sind sie
notwendig für die Erholung und Stabilisierung des Seelenlebens.
Man mag noch so gut und tief geschlafen haben, wenn der Traumschlaf
behindert wurde, erwacht man am Morgen nicht richtig ausgeruht und
frisch.
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