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Spontane Einfälle bei der Traumdeutung stimmen nicht immer
Bereits
bei der Niederschrift der Traumerinnerung oder während der
schematischen Gliederung treten oft die ersten spontanen Einfalle zur
Bedeutung auf Da leuchtet zum Beispiel plötzlich ein, was ein
Symbol in der Traumdeutung bedeutet, oder es taucht schlagartig eine
bisher verdrängte Erinnerung an eine längst vergangene
Begebenheit auf.
Solche spontanen Einfälle stammen immer aus dem Unbewussten.
Vielleicht versucht es dadurch, die Traumdeutung zu erleichtern, ganz
unverschlüsselt auf einen bestimmten Sinn hinzuweisen, der
besonders wichtig ist. Nicht selten kommt es aber auch vor, dass solche
Einfalle nur dem Zweck dienen, die Traumdeutung zu erschweren, damit
die Verdrängung schmerzlicher Inhalte weiterhin aufrechterhalten
bleibt.
Deshalb darf man sich nicht blind darauf verlassen. Sobald spontan eine
Bedeutung zu einem Traum einfällt, nimmt man diese zunächst
einfach zur Kenntnis und notiert sie sofort, ohne weiter darüber
nachzudenken. Erst später, wenn man mit der systematischen
Traumanalyse beginnt, holt man die Notizen mit den spontanen Einfallen
wieder hervor.
Nun wird geprüft, ob sie einen Sinn ergeben, wenn man sie in das
Traumpuzzle einfügt und ob sie vor allem auch zu den auf andere
Weise gewonnenen Erkenntnissen über die Traumbedeutung passen.
Einen richtigen Einfall erkennt man einmal daran, dass das
Verständnis für den Traum erleichtert wird, dann aber auch
instinktiv wieder an dem damit verbundenen gutem Gefühl.
Lesen Sie auch:
Träume. Die geheimnisvolle Sprache des Unbewussten Wie wir unsere Träume besser verstehen können. Mit neuesten Erkenntnissen aus der Traumforschung· Ein Standardwerk, das auch für Laien verständlich ist von Verena Kast
Widersprüche
mit anderen Deutungen oder Unzufriedenheit mit dem Einfall sind meist
Warnzeichen dafür, dass er nicht ganz korrekt ist und auf eine
falsche Fährte lockt.
Aber auch die unrichtigen spontanen Einfälle sind nicht
uninteressant für das bessere Selbstverständnis. Man muss
sich dann fragen, welche wahre Bedeutung der Einfall verschleiern soll.
Das erkennt man, wenn man die Traumbotschaft ohne den Einfall richtig
entziffert hat, an dem Widerspruch zwischen tatsächlicher und
spontaner Deutung. Freilich setzt das einige Erfahrung bei der
Traumanalyse voraus und erfordert überdies sorgfaltige Kontrolle
der von den Einfällen abweichenden Deutungen, denn auch diese
können falsch sein.
Zutreffende spontane Einfälle zu Träumen sind eine sehr
wichtige Hilfe bei der Traumanalyse. Insbesondere kürzen sie die
Deutung erheblich ab, weil man dazu nicht mehr so lang mit den
Träumen arbeiten muss. Fördern kann man solche Einfälle,
indem man sich in tiefer Entspannung zum Beispiel die Vorstellung
einprägt: "Einfälle zu Träumen kommen ganz zwanglos, ich
verstehe meine Träume spontan richtig."
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