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Entspannung und
Meditation erleichtern die Traumdeutung
Eine wichtige Hilfe bei der
Arbeit mit der Traumdeutung bieten Entspannungs- oder
Meditationsübungen. Wenn man sie durch
regelmäßiges Training (möglichst 2mal
täglich) gut beherrscht, gelangt man dabei in einen Zustand
der eingeschränkten Bewusstheit, die im EEG an den
Veränderungen der Hirnstromwellen erkennbar wird.
Die
körperliche Entspannung ist durch die Lockerung der Muskulatur
und Erweiterung der Blutgefäße objektiv nachweisbar.
In der tiefen Entspannung öffnet sich das
Unbewusste, kann Suggestionen aufnehmen und sich selbst zu Wort melden.
Unter den
verschiedenen Entspannungstechniken ist vor allem das autogene Training
nach Professor J. H. Schultz hervorzuheben. In den vergangenen 6
Jahrzehnten seit seiner Einführung half es schon Millionen
Menschen. Die Technik ist systematisch aufgebaut, was das
selbständige Training erleichtert.
Man
führt beim autogenen Training durch Vorstellungen von Schwere
und Wärme sowie Herz- und Atemberuhigung einen Zustand tiefer
körperlicher Entspannung herbei, der sich über das
vegetative Nervensystem auch dem Seelenleben mitteilt.
Die Unterstufe
besteht aus 6 Übungen, die man innerhalb von 12 Wochen erlernt
und dann möglichst ein Leben lang ständig trainiert.
Fortgeschrittene können noch die Oberstufe erlernen, die als
eine Art Tiefenpsychologisches Verfahren in erster Linie der besseren
Selbsterkenntnis dient.
Autogenes Training sollte
möglichst in einem Kurs unter fachlicher Leitung erlernt
werden. Solche Kurse werden heute von vielen Volkshochschulen und
einigen Krankenkassen angeboten, so dass eine Teilnahme fast jedermann
möglich ist. Zur Not genügt es auch, wenn man die
Technik nach einem guten Buch erlernt.
Lesen sie auch: Gesundheit für Körper und Seele
Ein Führer zur Inneren Harmonie. Jeder Mensch ist wunderbar und heilbar,
wenn er sich selbst annimmt und die Schönheit seiner Existenz erkennt -
lehrt die Amerikanerin Louise L. Hay. Krankheit ist nichts anderes als
Verlust der inneren Harmonie und des Vertrauens in uns selbst. Mit
Übungen, Meditationen und Affirmationen können wir zu jeder Zeit unser
Selbst wiederentdecken und zu einer harmonischen Balance zurückfinden.

Da Vorstellungen vielen Menschen nicht so gut gelingen, können
sie sich auch durch autogenes Training nicht immer tief genug
entspannen. Dann hilft das schon beschriebene Training des
Vorstellungsvermögens.
Man kann aber auch eine andere Entspannungstechnik auswählen.
Vor allem die progressive Muskelrelaxation des amerikanischen
Therapeuten Jacobson hat sich gut bewährt, weil man sich dabei
die Entspannung nicht nur vorstellt, sondern sie unmittelbar erlebt.
Bei dieser Methode werden nämlich verschiedene Muskelgruppen
nacheinander bewusst stark angespannt und wieder gelockert. Die
Ergebnisse der progressiven Relaxation sind ähnlich gut wie
beim autogenen Training. Die progressive Relaxation wird ebenfalls im
Kurs unter fachlicher Anleitung erlernt und
regelmäßig durchgeführt.
Meditationsübungen, vor allem die traditionellen asiatischen,
wie Yoga und ZEN-Meditation, finden bei uns viele
Anhänger. Das erklärt sich wohl aus der Sehnsucht
vieler Menschen, aus dem nüchtern-rationalen Alltag in
mystische Bereiche zu entfliehen. Wenn daraus keine Flucht aus der
Realität und eine Lebensuntüchtigkeit entsteht,
bestehen auch gegen solche Techniken keine Bedenken.
Meditation lässt sich nur schwer theoretisch
erklären. Man muss sie mit Hilfe eines seriösen
Lehrers erlernen und selbst erfahren. Unter Meditation versteht man
vereinfacht die Versenkung in sich selbst, die intensive
Selbsterforschung und Selbsterfahrung, bei der man die eigenen Wurzeln
im Transzendentalen erkennt, und schließlich eins mit dem
Geistigen (Göttlichen) wird.
Das Ganze führt zu einer tiefen inneren Ruhe und zur
Erweiterung des Bewusstseins. Solche Erfahrungen jenseits der Ratio
entspringen offenbar einem urmenschlichen Bedürfnis, denn
Meditationsübungen kennt man seit mindestens 6 Jahrtausenden.
Die Traumanalyse ist nur ein Randgebiet der Entspannungs- und
Meditationsübungen. Wenn man damit erst einmal angefangen hat
und regelmäßig trainiert, findet man eine
universelle Lebenshilfe, auf die man bald nicht mehr verzichten will.
Ideal ist es natürlich, die Träume mit einzubeziehen,
mehr kann man zur psychischen Hygiene fast nicht mehr tun.
Ganz allgemein fördern Entspannungs- und Meditations-
techniken die Sensibilität für psychische
Vorgänge, die heute oft zu wenig beachtet oder gar
unterdrückt werden, weil man glaubt, sich eine solche
Empfindlichkeit gar nicht mehr leisten zu können.
Darüber hinaus können Entspannung und Meditation die
Traumanalyse in mehrfacher Hinsicht konkret erleichtern: Die Erinnerung
an Träume wird verbessert, wenn man sich in tiefer Entspannung
selbst entsprechend beeinflusst, außerdem ist es auf diese
Weise sogar möglich, die Träume so zu steuern, dass
man angenehme Traumhandlungen erlebt und Antworten auf bestimmte Fragen
aus dem Unbewussten erhält.
In tiefer Entspannung fallt es leichter, sich Träume wieder in
Erinnerung zu rufen; das gelingt am besten, wenn man gleichzeitig die
Vorstellungskraft trainiert.
Da sich in der Entspannung oder bei der Meditation das Unbewusste
öffnet, können daraus leichter spontane Assoziationen
auftreten, mit deren Hilfe man die Träume besser versteht.
In der Entspannung trägt also das Unbewusste selbst dazu bei,
die Träume genauer zu analysieren. Da es deren Bedeutung genau
kennt, schließlich stammen sie ja aus dem unbewussten
Bereich, sind die Deutungen meist umfassender und zutreffender. Deshalb
empfiehlt es sich, zur Traumanalyse die tiefe Entspannung herbei zu
führen und dann zu warten, welche Botschaften aus dem
Unbewussten dazu auftauchen.
Wenn der Sinn des Traums dabei nicht schon spontan einfällt,
kann man die Assoziationen dazu wenigstens hinterher verwerten.
Allerdings muss man auch hier darauf achten, dass vom Unbewussten keine
nachträglichen Verfälschungen vorgenommen werden, die
den Sinn noch mehr verschleiern.
Dabei hilft die Realitätskontrolle und das
Traumtagebuch, mit dessen Hilfe man überwacht, ob die
Träume während der Entspannung verändert
wurden.
In der Psychotherapie verwendet man heute auch wieder häufiger
die Hypnose, um das Unbewusste zu erforschen. Auch dabei gerät
man in einen Zustand der eingeschränkten Bewusstheit, in dem
sich das Unbewusste öffnet und verdrängte Erfahrungen
preisgibt sowie Suggestionen aufnimmt.
Auf diese Weise kann man in der frühsten Kindheit erfolgte
seelische Verletzungen wieder bewusst machen und nachträglich
verarbeiten, ja sogar vorgeburtliche Einflüsse auf die
psychische Entwicklung erkennen. Das kürzt andere
psychotherapeutische Maßnahmen ab oder kann allein zur
Therapie genügen.
Für die Traumdeutung ist die Hypnose ebenfalls
nützlich, weil man die hinter den Träumen verborgenen
Erfahrungen dabei leichter erkennt und das Unbewusste anregen kann, bei
der Analyse mitzuwirken. Außerdem lassen sich in Hypnose
bestimmte Träume, die Antworten auf aktuelle Fragen liefern
sollen, bis zu einem gewissen Grad vorprogrammieren oder sogar
während des Trancezustands erzeugen. Experimentell nutzt man
die Hypnose teilweise auch, um Träume zu erforschen.
Wer Hypnose selbständig zur Traumanalyse nutzen will, sollte
sich dazu durch den Therapeuten vorbereiten lassen. Danach gelingt es
vielen Menschen, sich selbst in Hypnose zu versetzen, auch wenn dieser
Zustand dann meist nicht so tief ist. Auf die Tiefe des Trancezustands
kommt es ohnehin nicht so sehr an, schon eine oberflächliche
Trance, vergleichbar der tiefen Entspannung durch autogenes Training,
wirkt meist schon ausreichend.
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